Bericht

Dienstag, 13.09.2011
2:2 - Wacker der große moralische Sieger




Was für ein Spiel! 7x Gelb, 2x Gelb-Rot, 1x Rot und ein verdienter Ausgleich in den Schlusssekunden. Vor 2800 Zuschauer in der heimischen Wacker-Arena holt der SVW trotz zweimaliger Unterzahl gegen Arminia Bielefeld einen Punkt. Rahn (22.) und Hornig (53.) brachten die Gäste in Front, ehe der SVW zur erneuten Aufholjagd blies. Für den großartigen Einsatz wurden die Jungs von Rudi Bommer mit den Toren von Nicky Adler (59.) und Josef Cinar (91.) belohnt.

Im Gegensatz zum Sieg in Darmstadt (3:2) musste Rudi Bommer sein Team auf zwei Positionen umstellen. Für Christian Brucia (Gelb-Rot) und Sahr Senesie (Oberschenkelzerrung) durften der Siegtorschütze von Darmstadt zum 3:2-Erfolg, Heiko Schwarz, und Youngster Maxi Thiel von Beginn an ran. Zudem standen mit Matthias Heidrich (Unterarmbruch), Sebastian Glasner (Knie), Christoph Behr (Rippenprellung) und Markus Grübl (Innenband) vier weitere Spieler nicht zur Verfügung. Somit standen mit Nicky Adler nur ein fitter Stürmer und insgesamt neun Spieler unter 21 Jahren im Kader.

Bielefeld eiskalt – Omodiagbe zu Unrecht vom Platz gestellt 

In den ersten 15 Minuten tasteten sich beide Mannschaften ab. Außer wenigen Fernschüssen waren Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Beide Mannschaften waren zunächst darauf aus, nicht in Rückstand zu geraten. Folgerichtig fiel das erste Tor durch eine Standardsituation.  Der Freistoß aus halbrechter Position wurde verlängert und Johannes Rahn musste den Ball aus drei Metern nur noch über die Torlinie drücken. Der SVW zeigte sich von dem Rückstand nicht beeindruckt. Kapitän Youssef Mokhtari verfehlte das Bielefelder Gehäuse aus 20 Metern nur knapp (28.). Zwei Minuten später die große Chance zum Ausgleich. Nach einem langen Pass von Darlington Omodiagbe lief Nicky Adler allein auf das gegnerische Tor, legte sich den Ball jedoch zu weit nach außen vor und scheiterte am Bielefelder Keeper. In der 36.Spielminute folgte eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Timo Gerach. Abwehrhühne Omodiagbe sah nach einem fairen Kopfball, bei dem sein Gegenspieler wohl gegen das Knie von „Omo“ gelaufen war, die Gelb-Rote Karte. Kein Zuschauer in der Wacker-Arena konnte diese Entscheidung nachvollziehen. In Unterzahl war der SVW zunächst darauf bedacht, wieder Ruhe ins Spiel zu bekommen. Bis zur Pause standen die Mannen von Rudi Bommer gut und gingen mit dem Ein-Tore-Rückstand in die Kabine.

 

Mit Kampfgeist zum verdienten Lohn

Unverändert kamen beide Mannschaften zurück auf das Spielfeld. Eine weitere Standardsituation brachte die vermeintliche Vorentscheidung für die Gäste aus Bielefeld. Nach einer Ecke nickte Manuel Hornig zum 2:0 für die Arminia ein (53.). Rene Vollath war noch am Ball dran, konnte ihn allerdings nicht mehr entscheidend abwehren. Wacker gab sich nicht geschlagen und versuchte weiterhin das Spiel zu machen. So kam Stürmer Nicky Adler nach einem Steilpass in der 58.Minute einen Schritt zu spät. Der Bielefelder Torwart Platins nahm den Ball auf und Adler stocherte nach. Diese Aktion gefiel dem Kapitän der Bielefelder, Thomas Hübener, überhaupt nicht und schubste den SVW-Angreifer um und sah folgerichtig die Rote Karte. So hieß es zehn gegen zehn. Eine Minute später fiel der verdiente Anschlusstreffer. Der agile Adler lief zur richtigen Zeit in den Schnittpunkt der noch unsortierten Gäste-Abwehr und vollendete nach schönem Pass von Christoph Burkhard (59.). Angepeitscht von den 2.800 Zuschauern drängte der SVW nun auf den Ausgleich. Wiederum wurde Nicky Adler freigespielt, diesmal scheiterte er an Platins (60.). Die Bielefelder waren ab sofort nur noch am Verteidigen. In der 73.Minute gelang den Burghausern fast der Ausgleich. Nach einem Eckball von Burkhard kam dieser wieder an den Ball und zog von halbrechts ab. Der beste Mann der Gäste, Torwart Platins, konnte jedoch abwehren. Den Abpraller holte sich Adler, doch dessen scharfe Hereingabe verpasste Thiel knapp. Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten. Wieder stand Schiedsrichter Gerach im Mittelpunkt, der durch das fehlende Fingerspitzengefühl unnötig Unruhe in das Spiel brachte. Nach einem Doppelpass von Adler mit Youssef Mokhtari, drang der Stürmer in den 16er und kommt zu Fall. Der Schiri pfeift, entscheidet aber auf Schwalbe des Burghausers. Und da dieser schon Gelb hatte, musste die Bommer-Truppe die letzten Minuten wieder in Unterzahl spielen. Kurz darauf musste auch Trainer Rudi Bommer auf die Tribüne. Unbeeindruckt dessen, kämpften die Spieler weiter und wurden dafür belohnt. In der 91. Spielminute erlöste Josef Cinar den SVW. Nach einem kurz ausgeführten Eckball von Mokhtari flankt Burkhard den Ball punktgenau auf den Kopf des Abwehrspielers, der aus fünf Metern den 2:2-Endstand erzielt.

Mit 2:2 gewonnen

Die Freude und Erleichterung nach dem Abpfiff war bei allen zu erkennen. Sie feierten den Punkt wie einen Sieg, zumindest war es einer für die Moral. So sah es auch Rudi Bommer, der seine Spieler lobte. Nach einer schwierigen 1.Halbzeit und einigen fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichters, steckte das Team aus der Salzach nie auf. „Wir haben heute eine Mannschaft gesehen, die sich den ***** aufreißt. Ich habe eine geile Truppe und auch Burghausen hat eine geile Truppe!“ Genau durch solche Spiele können sich die Fans mit der Mannschaft identifizieren.
In der Tabelle bleibt Wacker nach dem 9.Spieltag auf Platz 10 mit nun 12 Punkten. Seit sieben Spielen und zu Hause ist das Team von Trainer Rudi Bommer noch ungeschlagen. Mit vier Punkten aus zwei Spielen, in denen immer in Unterzahl ein Tor gelang, reist der SVW bereits am Freitag mit breiter Brust zum Abschluss der englischen Woche zum Tabellennachbarn aus Wehen Wiesbaden.

              AKTUELLES
 
Previous
Next

Laden...