Bericht

Samstag, 20.10.2018
Dumme Fehler und tolle Moral


Julien Richter und der SV Wacker Burghausen wären gegen Eichstätt fast gestrauchelt. Foto: Butzhammer



Burghausen nach 2:2 gegen Eichstätt Dritter

Da war deutlich mehr drin: Der SV Wacker Burghausen hat sich im vorletzten Vorrundenspiel in der ersten Hälfte gegen den VfB Eichstätt zwei dicke Patzer geleistet, lag zur Pause mit 0:2 im Rückstand, kam aber dank guter Moral im Spitzenspiel noch zu einem 2:2. Marius Duhnke und Stefan Wächter erzielten die Treffer.

Durch das Remis musste das Team von Trainer Wolfgang Schellenberg den zweiten Platz an den 1. FC Schweinfurt abtreten, der sich mit 4:1 gegen den FC Ingolstadt durchsetzen konnte. Allerdings bleibt die Wacker mit nur einem Punkt Rückstand auf die Schnüdel als Tabellendritter auf Tuchfühlung.    

„In den Situationen, die zu den Gegentoren geführt haben, haben wir nicht aufgepasst. Das haben wir ganz schlecht verteidigt“, ärgerte sich Schellenberg über die Treffer von Fabian Eberle, der nach Flanke von Thomas Haas am kurzen Pfosten ungehindert aus sechs Metern einköpfen konnte (20.). Fast noch schlimmer der zweite Treffer, bei dem Ralf Schröder von der rechten Seite nicht an der Flanke gehindert wurde und Philipp Federl im Zentrum alle Zeit der Welt hatte, um Franko Flückiger aus acht Metern zu verladen (41.) – wenn Tore schießen immer so einfach wäre, würden in jeder Regionalliga-Partie mindestens ein halbes Dutzend Treffer fallen.

Personal

Beide Seiten hatten zahlreiche Ausfälle zu beklagen, so dass auf den Ersatzbänken einige Plätze leer blieben: Bei Wacker fehlten neben den Langzeitverletzen Daniel Hofstetter und Sascha Marinkovic der erkrankte Muhamed Subasic und der angeschlagene Lukas Aigner. Kevin Hingerl musste eine Gelbsperre absitzen. Auch bei den Gästen fehlte mit Marcel Schelle ein wichtiger Mann wegen einer Gelbsperre. Spielmacher Markus Steinhöfer war ebenso verhindert wie Stammkeeper Thomas Bauer. Daneben musste VfB-Trainer auch noch einige Langzeitausfälle verkraften. „Ein Sonderlob geht an Alexander Mankowski von der U19, der in seinem allersten Regionalligaspiel gleich gegen eine Topstürmer wie Fabian Eberle spielen musste und seine Sache sehr gut gemacht hat“, lobte Schellenberg.     

Flotter Beginn und starke Schlussphase

Die ersten Möglichkeiten hatte Wacker durch Can Coskun (2.) und Manuel Omelanowsky (17.), der knapp neben den Kasten köpfte. „Uns hat in der ersten Halbzeit der letzte Wille, die letzte Konsequenz gefehlt“, bemängelte Schellenberg trotz einer insgesamt ansehnlichen Leistung. Fast wäre kurz vor der Pause aber trotzdem noch der Ausgleich gefallen: Zunächst musste Eberle einen schönen Schuss von Duhnke zur Ecke klären, dann holte der angeschlagene Keeper Mustafa Özhitay eine Volleyabnahme von Duhnke aus dem Winkel und schließlich klatschte ein Freistoß von Coskun an die Latte.

Blitzstart nach der Pause

Schellenberg hat sich seine Mannschaft in der Kabine ordentlich zur Brust genommen und die Ansprache wirkte, denn nach dem Seitenwechsel dauerte es nur 17 Sekunden, ehe Duhnke den Anschlusstreffer erzielte: Coscun und Omelanowsky kombinierten sich blitzschnell durch, Duhnke erwischte den Gassenpass und lochte aus 15 Metern unhaltbar ein – ein ganz wichtiger Treffer zu einem noch wichtigeren Zeitpunkt. Praktisch mit der nächsten guten Möglichkeit – Julien Richter hatte in der 60. Minute doch weit verzogen - erzielten die Gastgeber dann den Ausgleich: Nach toller Flanke von Coskun über die Abwehr stand Stefan Wächter goldrichtig und vollendete gekonnt aus sechs Metern (62.).

Duhnke hat Siegtreffer auf dem Schlappen

In der 64. Minute verpasste Michael Zant mit einem Schuss aus 20 Metern die neuerliche Führung für Eichstätt, auf der anderen Seite rettete Özhitay bei einem strammen Schuss von Christoph Schulz (82.). Die größte Chance auf den Siegtreffer vergab schließlich Duhnke, der sich nach weitem Abschlag von Franco Flückiger in der 87. Minute gegen zwei Eichstätter durchsetzte, aber aus 16 Metern neben den Pfosten schoss – richtig klasse Aktion bis auf den Abschluss! Als Özhitay einen 16-Meter-Schuss des eben eingewechselten Lukas Pöllner entschärfte (89.), war dann aber auch die letzte Wacker-Chance verstrichen.

Analyse

„Die beiden Abwehrfehler in der ersten Hälfte waren entscheidend, jeder weiß, wie schwer es in der Regionalliga ist, einen Rückstand aufzuholen“, so Schellenberg, der sich natürlich über die Leistungssteigerung nach der Pause freute, aber auch anmerkte: „Es ist schon ärgerlich, wenn man sieht, was möglich gewesen wäre, wenn wir die richtige Mentalität schon in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht hätten.“

Statistik

SV Wacker Burghausen: 26 Flückiger – 31 Schulz, 21 Mankowski, 34 Buchner, 22 Can – 9 Duhnke, 30 Stingl, 18 Wächter – 17 Omelanowsky, 25 Richter, 27 Nicklas. Trainer: Schellenberg.

Bank: 1 Merz (ET), 3 Vorderwestner, 6 Bachschmid, 7 Winklbauer, 16 Pölnner, 20 Kappacher  

VfB Eichstätt: 31 Özhitay – 2 Schröder, 4 Eberwein 33 Zant, 20 Haas – 16 Federl, 5 Schmidramsl, 22 Fries – 28 Lushi, 10 Eberle, 13 Scintu. Trainer: Mattes.

Bank: 21 Woloszyn (ET), 8 Wolfsteiner, 9 Grau, 19 Greth, 21 Kügel.  

Wechsel: 57. Winklbauer für Omelanowsky, 88. Pöllner für Nicklas - 70. Kügel für Lushi, 79. Wolfsteiner für Schröder

Tore: 0:1 Eberle (20.), 0:2 Federl (41.), 1:2 Duhnke (46.), 2:2 Wächter (62.)

Schiedsrichterin: Söder (Ochenbruck)

Zuschauer: 806 in der Wacker-Arena

Gelb: Wächter, Winklbauer - Eberwein

Ausblick

Das Highlight kommt zum Schluss der Vorrunde: Am Montag, 29. Oktober gastiert Wacker um 20.15 Uhr beim Tabellenführer FC Bayern München II im altehrwürdigen „Grünwalder.“ Zum Rückrundenstart geht es am Samstag, 3. November nach Ingolstadt, das nächste Heimspiel steigt am 10. November um 14 Uhr gegen den FC Pipinsried.  

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