Bericht

Sonntag, 14.10.2018
Wacker sauer aufs Schiedsrichter-Gespann


Marius Duhnke, hier im Duell im Johannes Pex, hätte in Nürnberg mehrmals treffen können, hatte aber kein Abschlussglück. Foto: Zucker



Umstrittenes Tor beim 0:2 in Nürnberg

Der Ärger ist groß beim SV Wacker: Durch eine höchst umstrittene Entscheidung beim Treffer zum 0:1 geriet die Mannschaft vom Trainer Wolfgang Schellenberg am Samstag beim 1. FC Nürnberg II auf die Verliererstraße und musste sich am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Wacker bleibt zwar Zweiter in der Fußball-Regionalliga Bayern, aber der Vorsprung auf die Konkurrenz ist dahin.

Was war passiert? In der 35. Minute tankte sich Philipp Harlaß auf dem linken Flügel durch, bediente Cedric Euschen, der Franco Flückiger aussteigen ließ und aus sieben Metern zum 1:0 einschob. Noch bevor Euschen vollenden konnte, hob der Assistent die Fahne und signalisierte Abseits, während die Burghauser den Torschützen gewähren ließen, ignorierte Zweitliga-Schiedsrichter Christian Dietz seinen Linienrichter und gab den Treffer. „Es sei dahingestellt, ob es sich um eine Abseitssituation gehandelt hat, oder nicht. Fakt ist, dass der Linienrichter aktiv ins Spielgeschehen eingegriffen hat, meine Spieler darauf reagieren und so das Tor fällt“, so Schellenberg, der den Treffer selbst gar nicht gesehen hat, weil er sich in dem Moment zu seinem Co-Trainer Ronald Schmidt umgedreht hat, als er die erhobene Fahne des Assistenten gesehen hatte und ebenfalls dachte, dass das Spiel unterbrochen sei. „Wenn die Situation nicht klar ist, muss der Linienrichter die Fahne unten lassen und abwarten, bis die Situation zu Ende gespielt ist, dann kann er immer noch die Fahne heben, das ist schon enttäuschend, dass ein Schiedsrichter, der 2. Liga pfeift, die Abstimmung mit seinen Assistenten nicht hinbekommt“, ärgerte sich Schellenberg.

Schellenberg: Müssen weiterspielen

Der Burghauser Coach weiß natürlich auch, dass es erst dann Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift: „Das war schon auch unser Fehler, dass wir dann aufhören zu spielen.“ Und Schellenberg war auch klar, dass Proteste nichts bringen: „Der Schiedsrichter kann den Treffer gar nicht zurücknehmen. Aber man kann schon erwarten, dass nach so einer Situation auch Verständnis seitens des Schiedsrichters da ist, wenn man protestiert. Stattdessen wirft uns der Schiedsrichter Sachen an den Kopf, die wir gar nicht gesagt haben. Das ist ein absolutes no go.“

Es geht um viel Geld

Das Ende vom Lied: Schellenberg musste auf Weisung von Dietz hinter die Absperrung zurück, Kevin Hingerl handelte sich noch die Gelbe Karte wegen Reklamierens ein – das ist dann schon sehr ärgerlich, wenn es so offenkundig ist, dass die Situation einfach nicht sauber war. „Mich ärgert einfach die Summe der klaren Fehlentscheidungen gegen uns, da geht es inzwischen um acht bis elf Punkte. Man sagt zwar immer, dass sich das im Laufe einer Saison wieder ausgleichen würde, aber das gleicht sich nicht mehr aus“, erzürnte sich Schellenberg, der die Rechnung aufmachte: „Wenn wir diese Punkte auf dem Konto hätten, sind wir auch nach den Nachholspielen der Bayern auf Augenhöhe und zumindest mit weitem Abstand Zweiter. Die Chance, dass wir dann hinter den Bayern Zweiter werden und als beste Amateurmannschaft in den DFB-Pokal einziehen ist dann riesengroß. Da geht es ja schließlich auch um 150 000 Euro.“ Minimum, ein attraktives Pokal-Los noch nicht eingerechnet.          

Duhnke trifft den Pfosten

Nürnberg erwischte den besseren Start, aber nach 20 Minuten war auch Burghausen im Spiel, ehe der erste Treffer fiel, gab es nach Ansicht von Schellenberg auf beiden Seiten keine zwingenden Gelegenheiten.    

Pech für die Gäste in der 51. Minute, als ein Schuss von Marius Duhnke gegen den Pfosten klatschte, zehn Minuten später war es wieder Duhnke, der allein vor Keeper Nikola Vasilj auftauchte, aber verzog und auch ein Kopfball von Julien Richter in der 70. Minute ging knapp daneben.  Danach Burghausen zwar bemüht, aber nicht mehr wirklich gefährlich und als Fabian Nürnberger gegen die aufgerückte Wacker-Elf in der 82. Minute die Entscheidung gelang, war die Messe eigentlich schon vorher gelesen.

Analyse

„Der erste Treffer war einfach spielentscheidend, wenn der nicht fällt, ist es ein typisches 0:0-Spiel“, so Schellenberg, der die Partie mit dem Spiel am Montag in Fürth verglich: „Das war ähnlich, da haben wir das 1:0 gemacht und deswegen dann auch gewonnen, weil in solchen Spielen der erste Treffer fast immer den Ausschlag gibt.“

Statistik

SpVgg Greuther Fürth II: 22 Vasily – 3 Pex, 5 Medic, 4 Grimmer, 6 Kraulich – 14 Schleimer, 20 Manu – 7 Euschen, 13 Harlaß, 23 Nürnberger – 17 Zizek. Trainer: Geyer

Bank: 31 Hofmann (ET), 2 Heinze, 8 Schimmel, 16 Stoßberger, 21 Mohaman.  

SV Wacker Burghausen: 26 Flückiger – 31 Schulz, 19 Hingerl, 34 Buchner, 22 Coskun – 4 Aigner, 30 Stingl –18 Wächter, 25 Richter, 6 Bachschmid - 9 Duhnke, Trainer: Schellenberg.

Bank: 1 Merz (ET), 7 Winklbauer, 16 Pöllner, 17 Omelanowsky, 20 Kappacher, 27 Nicklas, 28 Sztaf, 32 Sprinzing.

Wechsel: 72. Schimmel für Zizek, 88. Heinze für Schleimer, 90. Stoßberger für Euschen – 53. Winklbauer für Bachschmid, 70. Niklas für Duhnke, 78. Omelanowsky für Stingl.

Tore: 1:0 Euschen (35.), 2:0 Nürnberger (82.)

Schiedsrichter: Dietz (Kronach)

Zuschauer: 351 im Sportpark Valznerweiher

Gelb: Harlaß, Kraulich – Hingerl, Wächter, Schulz    

Ausblick

Am kommenden Samstag kommt der Tabellenvierte VfB Eichstätt um 14 Uhr in die Wacker-Arena. Zum Vorrundenabschluss gastiert Wacker am Montag, 29 Oktober um 20.15 Uhr beim FC Bayern München II.  

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