Samstag, 08.09.2018
Mit schweren Beinen zur Nullnummer


Kein Abschlussglück an alter Wirkungsstätte: Sascha Marinkovic. Foto Butzhammer.



0:0 am Freitag in Rosenheim erstes Remis unter Schellenberg

Nach sieben Siegen und zwei Niederlagen gab es für den SV Wacker Burghausen am zehnten Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern das erste Unentschieden.  Der Tabellenzweite musste sich am Freitagabend in Rosenheim mit einem 0:0 begnügen – das erste Remis unter Trainer Wolfgang Schellenberg.

Unterm Strich ging die Punkteteilung in Ordnung, denn beide Mannschaften konnten auf nassem Rasen nur wenige gute Möglichkeiten verbuchen, die Partie war etwas zerfahren, hatte aber sehr gutes Tempo, bot den 600 Zuschauern im Jahnstadion viele packenden Zweikämpfe und auch reichlich Emotionen.

Ohne Duhnke und Suba

Hatte sich Schellenberg noch am Donnerstag über die möglichen Härtefälle in der Startaufstellung den Kopf zerbrochen, so wurde ihm die Entscheidung am Freitag abgenommen. Marius Duhnke meldete sich erkrankt ab und Muhamed Subasic fehlte ebenfalls, weil sein Frau ins Krankenhaus musste. „Wir haben dann sofort entschieden, dass sich Suba um seine Frau kümmern soll, er hätte ja den Kopf auch nicht fürs Spiel frei gehabt“, so Burghausens Trainer.

Das Fehlen der beiden Mittelfeldstrategen machte sich dann aber schnell bemerkbar. Immer wieder mal fehlte die ordnende Hand von Subasic, der ja bislang eine ganz hervorragende Saison gespielt hat. Und auch die Spielintelligenz von Duhnke, der zudem als Arbeitsbiene enorme Wege zurücklegt, wurde vermisst.

Aigner nach Check angeschlagen

Nach einem kapitalen Bock der Rosenheimer Abwehr hatte Sascha Marinkovic schon in der dritten Minute das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an alter Wirkungsstätte an TSV-Keeper Mario Stockenreiter. „Nach dieser Möglichkeit hatten wir Probleme, da sind schwer ins Spiel gekommen“, bilanzierte Schellenberg, der nicht zufrieden war, weil sein Team den Gastgebern immer wieder die Spieleröffnung durch Ludwig Räuber durchgehen ließ. „Erst als wir Räuber besser zugestellt haben, waren wir besser im Spiel“, konstatierte der Coach, der in der Pause korrigierte und Manuel Omelanowsky für den glücklosen Thomas Winklbauer brachte. Wenig später war auch für Lukas Aigner Schluss, der nach einem harten Check von Adrija Bosnjak im ersten Durchgang lange Zeit benommen liegen blieb und dann einfach nicht mehr sein Leistungsvermögen abrufen konnte.

In der 52. Minute reklamierten die Gäste nach einer Attacke von Räuber gegen Marinkovic vergeblich Elfmeter, dann musste Räuber vor dem eingewechselten Felix Bachschmid klären (62.). Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Rosenheim den Druck und hatte noch zwei richtig gute Möglichkeiten durch die Joker Markus Einsiedler, der einen Kopfball unbedrängt zu hoch ansetze (70.), und Omer Jahic, der Franco Flückiger mit einem verdeckten Schuss von der linken Seite fast überrascht hätte. (87.)

Analyse

Man hat’s einfach gemerkt: Im dritten Spiel binnen sechs Tagen hat die Frische gefehlt. Wacker hätte es in der Anfangsphase entscheiden können und musste sich in der Endphase gegen Müdigkeit und einen immer stärker werdenden Gegner wehren. Einen Sieger hätte diese enge Partie wohl nur hervorgebracht, wenn die vielen Standards auf beiden Seiten besser ausgeführt worden wären – hier taten sich beiden Seite wahrlich nicht rühmlich hervor.  

Statistik

TSV 1860 Rosenheim: 1 Stockenreiter - 17 Köhler, 24 Heiß, 5 Lenz, 4 Krätschmer – 42 Räuber – 28 Maier, 31 Tobias – 27 Neumeier, 45 Bosnjak, 11 Majdancevic.   

Bank: 80 Herzig (ET) – 6 Shabani, 7 Linner, 12 Einsiedler, 18 Ferreira Goncalves, 18 Merdal, 23 Jahic.

SV Wacker: 26 Flückiger - 31 Schulz, 19 Hingerl, 34 Buchner, 22 Coscun - 4 Aigner, 30 Stingl - 7 Winklbauer, 18 Wächter, 25 Richter - 10 Marinkovic.

Bank: 39 Mayer (ET), 6 Bachschmid, 14 Wohlfahrt, 16 Pöllner, 17 Omelanowsky, 20 Kappacher, 21 Mankowski.

Wechsel:  56. Einsiedler für Majdancevic, 68. Jahic für Bosnjak, 85. Linner für Neumeier - 46. Omelanowsky für Winklbauer, 50. Bachschmid für Aigner

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichterin: Söder (Ochenbruck)

Zuschauer: 600 im Jahnstadion

Gelb: Räuber, Heiß – Hingerl, Bachschmid

Ausblick

Nach der Englischen Woche kann die Mannschaft erst einmal wenig durchschnaufen, weiter geht es am Freitag,14. September um 19 Uhr mit dem Verfolgerduell gegen den FC Memmingen, der sich mit einem 3:1-Erfolg am Freitag gegen Fürth II wieder in der Spitzengruppe eingenistet hat. Eine Woche später ist Wacker beim Aufsteiger SV Heimstetten zu Gast, ehe am 29. September das nächste Spitzenspiel gegen den 1. FC Schweinfurt in der Wacker-Arena auf dem Programm steht.