Bericht

Montag, 17.07.2017
„Ein großes Fußballfest"


Ronald Schmidt im Duell mit Löwe Jiayi Shao. Foto: Butzhammer.



Wie der SV Wacker vor 13 Jahren bei den Münchner Löwen mit 4:2 gewann.

Es war der 3. Oktober 2004. Der Tag der deutschen Einheit jährte sich zum 14. Mal. Und dieser Tag sollte für alle Anhänger der Weiß-Schwarzen ein ganz Besonderer werden. 

Der TSV 1860 war einige Monate zuvor erst aus der Bundesliga abgestiegen. Wacker-Erfolgstrainer Rudi Bommer war von der Salzach an die Isar gewechselt und sollte die Löwen sofort wieder in die Beletage des deutschen Fußballs zurück führen. Und beim SV Wacker stand seit Beginn der Saison 2004/05 Markus Schupp als Trainer an der Seitenlinie.

Die Löwen gingen zwar als klarer Favorit in die Partie des 7. Spieltags der 2. Bundesliga. Obwohl der SV Wacker nach sechs absolvierten Spielen mit elf Zählern sogar zwei mehr auf dem Konto hatte als der TSV 1860 (neun).

Es sollte ein spektakuläres oberbayerischen Derby werden auf Giesing Höhen. Der kicker titelte hernach:

„Wacker stürmt nach oben“

„Die Löwen waren von Beginn an das aktivere Team. Doch reichte der Spielwitz nur bis zur Strafraumgrenze. Torchancen blieben folglich Mangelware. Wacker brauchte fast eine halbe Stunde für die erste Chance. Keeper Hofmann konnte einen Schuss von Wiesinger gerade noch mit den Fingerspitzen über den Querbalken lenken. Doch kurz später musste er den Ball aus dem Netz holen. Ausgangspunkt war ein unnötiger Ballverlust der 60er im Mittelfeld. Schmidt schaltete blitzschnell. Sein Pass fand Kazior, der alleine auf das Münchner Tor zulief und souverän einnetzte (28.). Doch die "Löwen" bissen postwendend zurück. Nach einem Baier-Freistoß von links stieg Kolomaznik am höchsten und köpfte das Leder aus kurzer Distanz unhaltbar zum Ausgleich ein (30.). In der ersten Phase der zweiten Hälfte hatten die Gäste aus Burghausen mehr vom Spiel. Doch mitten in diese Drangphase erzielten die Münchner die Führung. Gospodarek ließ einen Distanzschuss von Gebhardt nach vorne abprallen. Gebhardt kam noch einmal an den Ball. Mit Übersicht legte er quer auf Kontiris, der sicher zum 2:1 einschob (60.). Wer nun glaubte, die Moral der Burghausener sei gebrochen, wurde eines Besseren belehrt. Krejci erzielte nach einer Flanke von Younga-Mouhani mit einem tollen Volleyschuss den Ausgleich (80.). Kurz später drehte Bonimeier mit einem direkt verwandelten Freistoß das Spiel (84.). Keeper Hofmann machte bei dem Ball aus spitzem Winkel allerdings keine glückliche Figur. 1860 warf noch einmal alles noch vorne. Dadurch ergaben sich für Wacker Räume für schnelle Konter. In der Nachspielzeit war es dann Reisinger, der auf Zuspiel von Krejci die drei Punkte für Wacker sicherte. Wacker sicherte sich den Sieg im oberbayrischen Derby gegen 1860. Mit viel Moral drehte Burghausen das Spiel und stürmt auf Tabellenplatz zwei.“ (Spielbericht: kicker-Sportmagazin).

Zeitzeuge Ronald Schmidt, damals der Motor im Wacker-Mittelfeld und heute U19-Trainer in Burghausen, erinnert sich an diesen grandiosen Sieg: „Das war ein großes Fußballfest für uns. Im Grünwalder Stadion, vor dieser tollen Kulisse zu gewinnen - sensationell!“  

„Die Macht von der Salzach“
erfuhr eine tolle Unterstützung von ihren Fans, schrieb der Burghauser Anzeiger am Tag danach. 3300 SVW-Anhänger waren mit zwei Sonderzügen, zwölf Fanbussen sowie unzähligen Privatfahrzeugen nach München an die Grünwalder Straße gefahren. Das Sechzger-Stadion war mit 21.272 Zuschauern ausverkauft.  

Ein herrlicher Tag für alle Wacker-Fans, der nach dem Spiel auf dem Münchner Oktoberfest in der „dritten Halbzeit“ noch gebührend gefeiert wurde.

Für Rudi Bommer war das Kapitel bei den Löwen dann bereits Ende November nach einem 1:5-Debakel bei Alemannia Aachen vorzeitig beendet. Am Saisonende belegte Sechzig den vierten Platz mit 57 Punkten, übrigens die beste Platzierung bis zum Abstieg in diesem Sommer. Wacker landete mit 48 Punkten auf einem guten neunten Rang.

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